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09. Oktober 2018:

Erntedank dank Ernte

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Erntedank ©FL

Aber nicht allen ging es so gut. Kehrseite des langen Sommers war die ausgeprägte Wasserknappheit, die manches Wachstum "im Keim" erstickte. Mancher Bauer ist erfüllt von Sorge vor dem Ernteausfall. Da bleibt wenig Sinn fürs Danken.

Uns, die wir meist im Supermarkt ernten gehen, kümmert das oft wenig: Die Regale sind immer voll, und wir haben von allem im Überfluss. Unser Überleben hängt längst nicht mehr unmittelbar ab von der Ernte des Bauern vor der Tür. Wir ernten "global".

Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen ist der Oktober ein guter Zeitpunkt, sich Gedanken zu machen, wo das abgepackte Gemüse, die Milch oder die übrige Ernte her kommt. Vielleicht sehen wir dieser Tage einen Traktor übers Feld fahren, eine Staubfahne hinter sich her ziehend, und einen schweren Anhänger, gefüllt mit Kartoffeln oder Getreide. Oder wir entdecken beim Waldspaziergang Brombeeren, Holunder, Kastanien oder Nüsse. Auf den Wiesen hängen die Apfelbäume voll mit Früchten. Da draußen fällt es uns oft leichter zu danken, dass es uns so gut geht, weil wir den Zusammenhang leichter erkennen.

Häufig wird dies Anfang Oktober in Gottesdiensten mit einem Erntedankfest gefeiert. Gott für die Ernte zu danken war immer schon ein religiöses Grundbedürfnis. So gehört dieses Fest zu den ältesten der Menschheit.  "Unser tägliches Brot gib uns heute..." beten wir und machen uns in Demut bewusst, wie schlecht es in anderen Teilen der Welt um das tägliche Brot bestellt ist. Das ist mehr als die in letzter Zeit als Folklore-Schauspiel in Mode kommenden "Alm-Abtriebe". Es ist das Bewusst machen, dass Mensch und Natur zusammen hängen. Gott hat den Menschen die Verantwortung für seine Schöpfung gegeben. Dessen sollten wir wieder bewusst werden. Mit dem Dank für die Ernte können wir uns wieder "erden", unseren Respekt vor der Schöpfung erneuern, unseren Lebensstil überdenken. Jetzt ist dazu die beste Gelegenheit.

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