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22. August 2018:

"Seelen-Silo" bröckelt

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Pauluskirche Weststadt ©FL

Es war in den 1950er und 1960er Jahren angesagt, im "Bauhausstil" zu bauen und so entstand genau in diesem Stil im Jahr 1958 der quaderförmig geradlinige Bau der Pauluskirche mit seinem abgesetzten Turm aus Beton und mit Klinkerfassade.
Heute zeigt sich, dass auch diese massive Bauweise nicht für die "Ewigkeit" gebaut war, denn es bröckelt in der, heute denkmalgeschützten, Pauluskirche.

Seit Jahren schon wurden immer wieder Ausbesserungen vorgenommen, so z.B. am Turm, der vor 10 Jahren eine Betonsanierung erhielt.
Aber die schweren Glocken, die das Gebäude erschüttern, Korrosion am Bewehrungsstahl und die Witterung setzten dem Material enorm zu.
Nun soll nach umfassenden Untersuchungen der Bausubstanz eine umfangreiche Sanierung durchgeführt werden.
Die wird nicht billig, mit 1,9 Mio Euro wird die Maßnahme veranschlagt.

Die Betonoberfläche soll hierbei um 1,5 bis 2 cm abgetragen werden, um dann mit einer neuen, etwas dickeren Betonschicht, die möglichst der bisherigen Betonqualität entsprechen soll, überdeckt zu werden.
Im Bereich der Klinkerfassade werden Ausbesserungen vorgenommen und dann die gesamte Fassade mit einer Versiegelung vor Feuchtigkeitseintritt geschützt.
Ebenso wird das Flachdach erneuert werden.
Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen soll dann auch der lange gewünschte behindertengerechte Zugang zur Kirche umgesetzt werden, der dann in einen neu gestalteten Eingangsbereich münden wird.
Im Innern wird schließlich die Beleuchtung aufs Laufende gebracht, so dass das gesamte Gebäude-Ensemble der Paulusgemeinde dann wieder in neuem Glanze erstrahlt und das spöttisch als "Seelen-Silo" bezeichnete Wahrzeichen der Weststadt wieder fit ist für die nächsten Jahre.
 
Die Baumaßnahme ist mit sportlich-straffem Zeitplan eingeplant. Nachdem im Herbst die Turmsanierung den Baubeginn markiert, sollen bereits Ende nächsten Jahres die Arbeiten abgeschlossen sein.
Das Gockengeläut, das aus Sicherheitsgründen bereits jetzt und während der Maßnahme schweigen wird, soll hörbares Zeichen des Bauendes sein.

An der Finanzierung der aufwändigen Maßnahme beteiligt sich die Evangelische Landeskirche Baden mit 760.000,--- EUR, ebensoviel muß die Evangelische Kirchengemeinde Baden-Baden aufbringen. Zusätzlich wird ein Kredit über 380.000,--EUR aufgenommen.

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