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16. August 2018:

Der in Euch angefangen hat das gute Werk…

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Skulptur...FL

In Florenz lebte der berühmte Maler und Bildhauer Michelangelo (1475-1564). Er hatte einst einen besonders schönen Marmorblock erworben, an dem sich schon mehrere Künstler versucht hatten.

Diese hatten aber den kostbaren Stein ziemlich verschlagen und verschandelt. Doch Michelangelo formte daraus den berühmten David, die Statue eines makellosen Mannes.
Ein kleiner Junge, der dem Meister in der Werkstatt zugeschaut hatte, fragte ihn: „Woher wusstest du, dass in diesem kaputten Stein ein so schöner Mensch steckt? - Das hast du doch vorher gar nicht sehen können!"
Der Meister antwortete: „Ich sah ihn mit meinem Herzen".
 
Wir Menschen sind noch viel kostbarer als ein Marmorblock. Unermesslich ist der Wert eines jeden einzelnen. Doch durch innere Veranlagung und äußere Prägung, durch schlimme Erfahrungen sind wir auch ziemlich verschlagen und verschandelt worden.
Wir erschrecken, wenn wir erkennen, dass wir eigentlich nur ein Zerrbild unserer selbst sind: Begabungen wurden durch äußere Zwänge unterdrückt, besondere Fähigkeiten durch die eigene Trägheit gelähmt. Manchmal merken wir, dass andere Menschen uns gleichsam Fesseln anlegen, die uns an der Weiterentwicklung unserer Kreativität hindern.
Und es fehlt Mut, dagegen aufzubegehren.
Doch jede/r trägt Verantwortung für sein/ihr eigenes Leben und dafür, was er/sie daraus macht. Manche Menschen erkennen erst im Alter, dass sie ihren ganzen Lebenssinn verhauen haben oder sich von anderen Menschen „verschlagen" ließen.
 
Gott, der Künstler, der die Welt erschaffen hat, sieht uns Menschen mit seinem Herzen. Er weiß, dass in dem „kaputten Stein“ ein schöner Mensch steckt. Und weil er viel Liebe in jeden Menschen hineingegeben hat, steckt auch ungeheuer viel drin.
 
Darum könnten wir eigentlich frei und selbstbewusst auftreten.
Gott kann aus unserem Leben etwas Sinnvolles machen, wenn wir ihn an uns arbeiten lassen. Gott will uns zu einem Kunstwerk seiner Liebe gestalten.
 
Wenn Sie möchten, können Sie dieses Gebet sprechen: „Herr, himmlischer Vater, gütiger Gott, nimm mich wie ich bin und mache etwas aus mir, wie es dir gefällt. Lass deine Liebe schöpferisch in mir wirken, damit ich diese Liebe weitergebe".
Ein Bibelspruch, der mir seit meinen Studientagen besonders am Herzen liegt, ist ein Wort des Apostels Paulus an die junge christliche Gemeinde in Philippi (Philipper 1,6). Er schreibt tröstlich und motivierend:
„Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu".
Bei: Pfarrer Bernd Töpfer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde, Marktheidenfeld

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