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08. März 2018:

Bewahren der Schöpfung.

Ist das Kunst, oder...?

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Der Blick aufs Wesentliche ©FL

Wer dieser Tage durch die Allee läuft findet dort ein seltsames Gebäude, erbaut mitten auf der Wiese vor der Kunsthalle. Neugierig zweigen wir ab von der Asphaltstraße, und gehen über grob geraspelte Hozschnizel auf das Gebäude zu und.... öffnen die Türe.

Augenblicklich umfängt einen eine seltsame Stimmung. Einsam sind wir, inmitten weißer, kahler Wände, die irgendwie steril wirken. Still ist es hier drinnen, nichts lenkt ab.
Unwirklich erscheint, imposant, mächtig und Raum greifend ein Stamm in der Mitte des Raumes, zieht die Blicke auf sich, wie ein Star der Kunstszene, von vielen Scheinwerfern angestrahlt. Unweigerlich starren wir auf dieses Stück Natur in mitten der kalten Scheinwelt, wir schauen empor, suchen die mächtige Krone. Doch da ist nichts. Der Stamm verliert sich im umgebenden Weiß, im Nichts. Schon gleitet der Blick wieder hinab zum Fuße des Stammes. Man schaut auf einmal genau hin.

Tolle, knorrige Rinde, fließende Linien, Wurzelanläufer wie ein riesiger Elefantenfuß....
Heiter gleitet das Auge den schönen Stamm entlang, auf der Suche nach Details, entdeckt immer mehr Einzelheiten. Stockt...: Morbide bröseln Rindenstücke, morsches Holz macht uns klar: Hier stirbt etwas. Hier passt etwas nicht. Natur und Umwelt passen nicht zusammen. Schein und sein. Vergänglichkeit und Ewigkeit. Weiß und Schwarz.

Auf  einmal wird uns klar, dass wir schon genau hinsehen müssen, um die Schönheit der Natur wahr zu nehmen, dass wir auf Details achten müssen. Dieser schöne, mächtige Stamm braucht eine Krone, braucht Vögel, die in ihm zwitschern, braucht Sonne und Regen und Ameisen, die an seinem Stamm klettern. Stattdessen steht er einsam, kahl und leer in dieser künstlichen Landschaft, die ihn umgibt. Er wird mit Füßen getreten, zerstört. Wir nehmen ihn wohl als Kunstwerk wahr, und doch ohne Respekt, gleich einem Gebrauchsgegenstand.  

Dieser Baum ist ein Sinnbild. Wir sollten ihn vor Augen haben, wenn wir an die Wahrung der Schöpfung denken. Passt der Baum in diesen weißen Raum? Passt der Wolf in unsere Kulturlandschaft? Rettet ein Nationalpark die Natur? Was ist gut für unsere Umwelt, wie wahren wir die Schöpfung wirklich? Der Blick aufs Ganze ist gut, verschafft uns einen Überblick. Aber oft reichen Schlagworte nicht. Oft muß man genauer hinsehen, auf Details achten, sich genauer mit der Materie beschäftigen.

Dieser Baum kann uns Augen öffnen, wir müssen nur hin sehen...!

FL

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