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01. Oktober 2018:

Von Bergsteigern und Abseilern

Gedanken im Oktober

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Bergsteiger, © FL


Richtige Profis sind mit Seil und Haken ausgestattet, denn je höher und felsiger der Pfad
desto größer der Schwierigkeitsgrad.
Es gibt Wegstrecken, die dürfen nur mit guter Ausrüstung und möglichst in einer Seilschaft, gemeinsam mit geübten Bergsteigern begangen werden. Da gilt es, zusammenzuhalten und beieinander zu bleiben. Gerade bei gefährlichen Wegabschnitten muss das Seil gut am Körper festgezurrt und straff gespannt sein.


Für mich ist dies immer wieder ein Bild, ein Gleichnis für unser Leben. Können Sie sich
einen Bergsteiger vorstellen, der ohne Sicherungsseil an schwierigen Felsen herum
klettert?
Das Sicherungsseil auf der Klettertour unseres Lebens ist der Glaube: Der Glaube an einen Gott, der uns hält und auffängt, wenn wir abstürzen.

Bei Besuchen bekomme ich immer wieder den Eindruck: Die meisten Menschen glauben
an Gott. Doch ihre Beziehung zu Gott ist mit der Zeit ausgeleiert. Sie haben zwar dieses
Sicherungsseil noch, doch es ist lasch geworden, sodass es eigentlich nicht viel hilft,
wenn man stolpert oder ausgleitet auf dem Lebensweg.
Ein Bergsteiger weiß, dass ihm das Seil nur etwas nützt, wenn es gespannt ist. Viele Menschen meinen, ein Glaube, den man irgendwo lose aufbewahrt, reicht im Notfall immer noch aus.
Ein Bergsteiger weiß, dass das Seil ihn nur dann auffängt, wenn es an einem festen Punkt festgemacht ist. Viele Menschen sagen, sie brauchen die Kirche und die Gemeinschaft mit anderen für ihren Glauben nicht.
Ein Bergsteiger weiß, dass das Seil ihn dann halten kann, wenn es durch zuverlässige Kletterkameraden gesichert ist.

Wie ist das mit Ihnen?
Sind Sie ein Bergsteiger ohne Seil, oder einer, der sich abgeseilt hat?
Ich möchte Sie ermutigen, ihren Glauben an Jesus Christus wieder neu fest zu
machen, das Seil des Glaubens wieder straffer anzuziehen, und sich in die Gemeinschaft
mit anderen Christen wieder mit einbeziehen zu lassen.
Es wäre doch einen Versuch wert,
um auszuprobieren, ob das Ihrem Leben neuen Halt verschafft und Ihrer Lebenswanderung zu neuer Trittfestigkeit verhilft.

Ich wünsche Ihnen einen trittfesten Herbst.

Gesehen bei: 
Pfarrer Bernd Töpfer, Marktheidenfeld

Bilder des Monats:

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