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07. Dezember 2017:

Wann ist Advent?

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Alles ruhig, es ist Advent... ©FL

„Bis ich wiederkomme, habt Ihr Euer Zimmer aufgeräumt“, sagt die Mutter streng.
Die Kinder haben es gehört, sind zwar zunächst erschrocken vor dem Gedanken, was jetzt alles noch zu tun ist, sagen dann aber ganz gelassen: „Ja, ja, ist o.k.“.
Bald sind sie wieder ins Spiel versunken. Schnell haben sie vergessen, dass bevor die Mutter wiederkommt, sie ja noch ihr Zimmer aufräumen müssen. - Nichts haben sie in Ordnung gebracht, als plötzlich das Handy klingelt und die Mutter mitteilt: „Kinder, ich bin noch beim Einkaufen. Es verzögert sich noch etwas…!“ -
 „Puh, das war noch mal knapp!“ denken die Kinder und machen sich flugs ans Aufräumen.

„Gnadenzeit“ ist ihnen gegeben: Zeit, um ihre Sachen in Ordnung zu bringen.

So ähnlich erklärte das der Apostel Petrus den Christen im 1. Jahrhundert, die ungeduldig angefragt hatten:
„Wann kommt denn endlich der Herr Jesus Christus wieder? Warum erfüllt sich denn seine Verheißung nicht?
Hat nicht Jesus zu seinen Jüngern und zu allen, die an ihn glauben, gesagt: „Ich will wiederkommen und Euch zu mir nehmen, damit Ihr seid, wo ich bin!“ (Johannesevangelium, Kap. 14,3)? -

Die Antwort schreibt der Apostel im 2. Petrusbrief (Kap. 3,9): „Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.
(Und weiter in Vers 13:) Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.

Das ist der Inhalt der Adventszeit: „Advent“ heißt „Ankunft“. Wir warten, dass Jesus aus dem „Himmel“ wiederkommt und sein Reich durchsetzt, in dem Gerechtigkeit und Frieden herrscht. Allsonntäglich sprechen wir Christen im Glaubensbekenntnis: „Von dort wird er kommen zu richten (gemeint ist: „zurecht richten“, „aufrichten“, „erlösen“) die Lebendigen und die Toten“.
Wann das sein wird, wissen wir nicht.
Erstaunlich ist, dass die Hektik, die wir in der Adventszeit wieder erleben werden weniger aus der Ungeduld des Wartens kommt, sondern eher aus der Empfindung, dass die Zeit zur Vorbereitung für das Festes wieder knapp wird.
Erstaunlicherweise mahnt aber der Apostel: Habt keine Eile und keine Ungeduld. Gott hat es nicht eilig. Die Gottestage haben nicht unsere 24 Stunden, weder bei der Schöpfung, noch bei der Wiederkunft Christi: „Ein
Tag vor dem Herrn ist wie 1.000 Jahre..." (Psalm 90,4) -

Wann Christus wiederkommen wird und warum seine Ankunft, sein „Advent“ sich noch verzögert, wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass uns – so wie den Kindern, die Ihr Spielzimmer aufräumen sollen - noch Gnadenzeit gegeben ist, bis er kommt. Gnadenzeit, um uns auf Ihn hin auszurichten und um unsere Dinge, unseren Glauben und unser Leben in Ordnung zu bringen. Dann sind wir gut vorbereitet und der Herr kann kommen.

gesehen bei: Pfarrer Bernd Töpfer, Marktheidenfeld

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