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11. September 2017:

Loslassen und festhalten

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Vielleicht geht es Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser auch so, dass Sie die vergehende Zeit als rasend schnell empfinden so dass Sie am liebsten alles festhalten wollten. Andererseits spüren Sie aber auch, dass Sie viel zu viel Ballast mit sich herumschleppen und Sie würden am liebsten alles abschütteln, loslassen, wegwerfen …

Irgendwie halten wir wohl immer das Falsche fest, - gerade in mitmenschlichen Beziehungen:
„Das kann ich dir nicht vergessen!" sagen wir und pflegen die genaue Erinnerung an Worte, mit denen uns jemand verletzt hat, oder an Situationen, wo sich ein anderer aus unserer Sicht völlig daneben benommen hat.

Irgendwie neigen wir Menschen auch dazu, uns an tote Dinge zu klammern, die uns eigentlich am Leben hindern. Besitz verhindert das Leben, Immobilien machen immobil: Wie viele ältere Menschen leben freudlos allein, nur weil sie das längst zu groß gewordene Haus nicht aufgeben wollen?
Irgendwie bleiben wir zwanghaft verhaftet in unseren alten Denkweisen und Vorurteilen, wir können uns nicht lösen von Sorgen und Ängsten. Und all das bewirkt, dass das Leben nicht mehr richtig lebendig sein kann: Das eigene nicht und das des Nächsten auch nicht. Alles scheint auf tragische Weise fest gefahren.

Neulich las ich einen Spruch, der dieses menschliche Phänomen zusammenfasst: „Du klammerst dich an Dinge, die du hast, hältst angstvoll fest und glaubst, du wirst gehalten: Die Dinge halten dich - du schleppst die Last; du meinst, du herrschst - und fronest den Gewalten!
Lass los, o Mensch, lass los, bevor der Tod dir schließlich aufbricht die verkrampften Hände! Gib dem Erlöser Raum."

Ein Gebet könnte uns beim Loslassen helfen: „Herr Jesus Christus, du kennst mich, du weißt, wie sehr ich in mir selbst verkrampft bin. Du siehst, welche seelische Last ich mit mir herum schleppe. Ich bitte dich, hilf mir, dass ich loslassen kann und frei werde für das Leben, das du mir schenken willst. Ich bitte dich, befreie mich, heile mich. - Ja, ich darf loslassen, denn du hältst mich fest. Amen".

Ich wünsche Ihnen Zeit und Mut, darüber nachzudenken: „Was kann ich abschütteln
oder bereinigen?“ Ich wünsche Ihnen, dass Sie darum beten können. Ich wünsche Ihnen
dann „Gelassenheit", die durch das Loslassen kommt; - Gott hält Sie fest.

Gesehen bei Pfarrer Bernd Töpfer, Marktheidenfeld

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