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03. Juli 2017:

Alles hat ein Ende

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Am Ende ©FL

Mit dem Spargel ist jetzt Schluss,
heut am Johannistag wurden die Spargelmesser- und -kellen weggepackt
(und unser häuslicher Spargelschäler auch) – mir leuchtet dieses offensichtlich unverrückbare Datum nicht ganz ein,
aber berufenere Geister (und Spargelbauer) müssen‘s ja wissen.

Auch mit den Erdbeeren hat’s bald ein End; wir müssen rasch noch Marmelade kochen.
Überhaupt:
Es neigt sich vieles dem Ende zu:
die Atomkraft (ist zu hoffen), das Stinkeauto mit CO2-Ausstoß (soll jedenfalls), Korallenatolle (die erbleichen!), der Schneeleopard und der Orang Utan (stehen auf der Liste bedrohter Arten), die Karriere von Ronaldo (vielleicht), mein Handy-Vertrag (ganz sicher) … ich selber auch und in ein paar Milliarden Jahren der ganze Planet.
Und wenn ich sehe, was politisch für unsere Zukunft und die unserer Kinder getan wird, dann ist eh schon Schluss mit lustig.

Nichts besteht für immer.
Was wie die altersweise Einsicht ergrauter Häupter klingt, ist eigentlich ganz schon beängstigend.
„Alles hat seine Zeit“ – die lapidare, biblische  Erkenntnis des lebensklugen König Salomo ist eher nicht so ermutigend.
Alles hat ein Ende, „nur die Wurst hat zwei“ sang vor dreißig Jahren Stefan Remmler von „Trio“,
aber es ist höchstens ein zweifelhaftes, sarkastisches Grinsen, das mir da über die Lippen geht.
Wenn der Schluss die Aussicht ist, dann verdirbt mir das doch die Laune.

Aber wissen Sie was?
Ich glaub das gar nicht. Ich glaube nicht, dass alles ein Ende hat.
Zuerst spricht die Erfahrung dagegen:
Spargel gibt es kommendes Jahr auch wieder, und Erdbeeren in Hülle und Fülle.

Und dann spricht Gott selber dagegen:
In der Bibel ist wohl manchmal vom Tod eines Menschen und vom Ende der Welt die Rede – aber Tod und Ende sind immer nur Übergänge, wie eine Schwelle, die ich überschreite, wie ein Tor, durch das ich trete.

Im letzten Buch der Bibel heißt es im vorletzten Kapitel: „Gott wird abwischen alle Tränen und der Tod wird nicht mehr sein“.
Das ist eine sehr, sehr weite Perspektive für die Zeit nach dieser Zeit.
Das ist unsere Perspektive, für Mensch und Welt, für Sie und mich, für Eisbär und Koralle.
Und für Ronaldo genauso, auch wenn der mal in sich gehen könnte …
Ob das stimmt? Wir werden es sehen. Ich betone: Wir werden!

Herzlich,
thomas weiß

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